Aller Anfang ist schwer

Dieser große Schritt, kann der wohl Beste in Deinem Leben sein.

Ich möchte mit Dir einmal meine Gedanken teilen, die mich dazu bewogen haben, den Schritt zu wagen, für längere Zeit zu Reisen. Warum habe ich mich dazu entschlossen meinen Job zu kündigen, mein Hab und Gut zu verkaufen, und alles hinter mir zu lassen. Welche Fragen, Ängste und Sorgen sind mir vorher dabei aufgekommen. Vielleicht hast Du auch schon einmal darüber nachgedacht und ich kann Dich dazu motivieren diesen Gedanken etwas mehr aufblühen zu lassen. 

Zunächst einmal ist die Frage. Hast Du Dir jemals schon Gedanken darüber gemacht, ob Du für längere Zeit die Welt bereisen möchtest. Oder zumindest einen Kontinent, den Du schon immer einmal erkunden wolltest. Warum auch nicht. Du machst grandiose Erfahrungen, die Du in Deinem Leben vielleicht so niemals machen würdest. Wenn erst einmal der Gedanke geboren ist, ist es schon sehr schwer ihn wieder zu verwerfen. Stimmt`s?! Doch aller Anfang ist schwer und beweist eine Menge Mut ihn letztendlich auch durchzuziehen.

 

Als ich mich damit befasst habe intensiver meinen Plänen nachzugehen, habe ich immer wieder über unsere eigene “Komfort Zone“ gelesen. Wir sind es gewohnt in unserem Alltag zu leben. Wir gehen unserer täglichen Arbeit nach. Organisieren unser Leben. Gehen Einkaufen. Treffen Freunde und Familie. Etc. Etc. Etc. Wenn wir Glück haben können wir für ein oder zweimal im Jahr in Urlaub fahren. Um danach wieder unserer alltäglichen Gewohnheiten nachzugehen. Für mich persönlich kam irgendwann die Frage auf, ob ich diesen Lebensstil für die nächsten Jahre weiterführen möchte. Ich arbeite eine Ewigkeit um vielleicht maximal einen Monat im Jahr reisen zu können? Meine Antwort war schnell da. Nein! Also fing ich an zu recherchieren. Ich fühlte mich im sogenannten “Goldenen Käfig“. Ich besaß soweit alles was zum Leben reicht, jedoch wollte ich ausbrechen. Ich wollte einen neuen Lebensstil erfahren. Neue Kulturen kennenlernen. Andere Länder, Natur und Menschen sehen. Einfach raus aus dem Alltag und rein ins Unbekannte. Ins Abenteuer. Ins wahre Leben. 

 

Die Frage die sich mir stellte war auch nicht wie lange, sondern wann sollte Tag X in meinem Leben eintreffen. Der ungefähre Zeitpunkt stand für mich fest. Es sollte etwa in einem halben Jahr sein. Von nun an ging es daran eine Menge Recherche durchzuführen. Mir persönlich viele viele Fragen zu stellen. Welche Erwartungen habe ich überhaupt von meiner Reise? Wo soll es Hingehen? Was halten meine Freunde, Familie und Kollegen davon? Wie lange möchte ich unterwegs sein? Kann ich mir das überhaupt leisten? Soll ich meinen Job kündigen oder ein Sabbatical Jahr nehmen? Wie hoch muss mein Budget sein? Was kostet mich das alles? Was mache ich mit meiner Wohnung? Meinen ganzen Besitztümern? Reise ich alleine? Oder mit jemanden zusammen? Fragen über Fragen. Um im diesen Wirrwarr des Fragedschungels einmal Durchblick zu bekommen, ist es ratsam sich einmal alles aufzuschreiben und sich Stück für Stück anzutasten. Wenn ich mir das im Nachhinein überlege steht man am Anfang vor ein riesigen Berg voller Probleme. Scheint so. Ist es aber nicht. Es ist normal, dass diese ganzen Fragen aufkommen. Es ist schließlich auch das erste mal in meinem Leben gewesen ohne Rückflugticket in ein anderes Land zu reisen.

 

 

Aber Stück für Stück. Die größte Frage ist natürlich in wie weit Du welchen Verpflichtungen zu Hause nachkommen musst und/oder willst. Job, Familie, Freunde. Das sind, denke ich, die größten Verpflichtungen die Du haben kannst. Da ich kinderlos und/oder sog. vogelfrei bin, ist es mir nicht schwer gefallen die Entscheidung, auf Reisen zu gehen, zu treffen. Was hält mich also noch hier? Klingt für einige vielleicht auch ziemlich drastisch. Wenn aber der Wunsch zu Reisen, so groß ist, musst Du in Deinem Leben auch einmal Entscheidungen treffen, die für den einen oder anderen vielleicht auch nicht nachvollziehbar sind. Für mich war es klar dieses Unterfangen durchzuziehen. Ich hatte auf meinen vorherigen Reisen schon Leute kennengelernt, die genau dies gemacht haben und nicht eine Sekunde bereut hätten. Für mich stand auch schnell fest alleine zu reisen, da ich diese Erfahrung schon zwei mal gemacht habe. Obwohl Du ja niemals alleine bist, da Du immer auf gleichgesinnte treffen wirst. Solltest Du aber vielleicht Angst davor haben alleine zu reisen, kann ich nur den Tipp mitgeben, einmal für eine oder zwei Wochen eine Reise alleine zu machen, um zu sehen ob das was für Dich ist. Vielleicht erlebst Du ja auch dieses starke Gefühl der Unabhängigkeit und der Freiheit während deiner Reise, wie ich es erfahren habe.

 

Je mehr ich mich also damit befasste, je mehr stand für mich fest, einen sog. kompletten Lebensschnitt zu machen. Das heißt alles aufzugeben. Alles! Warum auch nicht. Vielleicht ist das die letzte Möglichkeit für mich. Ich würde es bereuen, täte ich es nicht. Ich setzte also alles auf eine Karte. Ob ich für 4 Wochen, 2 Monate oder Jahre unterwegs bin, weiß ich nicht. Ist auch nicht wirklich wichtig in erster Linie. Vielmehr zählt das Du reisen möchtest. Ob Du Dir einen Plan erstellst oder nicht, liegt an Deinen Wünschen. Als erstes organisierte ich mir einen Untermieter für meine Wohnung. Idealerweise konnte mein Bruder in meine Wohnung ziehen. Somit war meine größte Sorge geklärt. Ich fing an zu listen was ich besitze und was ich nicht mehr bräuchte. Bis auf sehr persönliche Sachen fast alles nicht mehr. Was willst Du auch mit einem Fernseher, einer Couch, CDs oder einen Schrank voller Kleidung auf Reisen. Richtig. Nichts. Ich spendete also meine Kleidung an eine gemeinnützige Organisation. Ich fing an alles aus meiner Wohnung zu verkaufen. Dazu verhelfen Dir auch viele Online Plattformen. Erst jetzt realisiert man eigentlich, wie viel “Müll“ sich im laufe der Jahre angesammelt hat. Alles Ballast was unterwegs nicht benötigt wird. Es ist nicht nur ein befreiendes Gefühl sich von diesem Ballast zu lösen, sondern gibt Dir auch unheimlich viel finanzielle Hilfe für Deine Reise mit. Generell solltest Du auch immer Dein Ziel vor Augen haben. Das heißt konkret, spare was das Zeug hält. Überlege Dir zwei mal, bevor Du Dir etwas kaufst und ob du es wirklich benötigst. Vielleicht suchst Du Dir auch ein Zweitjob. Wie Du Geld sparst und welche Tipps es dafür gibt, findest Du auch sehr viel im Netz. Ich misse zumindest nicht eine einzige Sache von meinen ehemaligen Besitztümern. Selbst wenn man eines Tages zurückkommt, kann man sich alles wieder neu anschaffen. Während ich mich auch mit Recherche über Impfungen, Versicherungen etc. befasste, ging es auch daran meinen Job zu kündigen. Wohl einer der größte Schritte von allem. Es viel mir sehr schwer diesen Weg zu gehen. Ich war immerhin seit 6 Jahren in der gleichen Firma tätig. Und es hieße meine finanziellen Sicherheiten komplett aufzugeben. Doch danach zu realisieren, dass man in 3 Monaten tatsächlich arbeitslos ist, um auf die Reise Deines Lebens zu gehen, gibt Dir wohl eines der besten und schönsten Gefühle die Du haben kannst. Es ist pure Aufregung und zaubert Dir ein riesiges Lächeln ins Gesicht. Die Vorfreude steigt nun stetig. Du hast es getan. Ab jetzt sind die vermeintlichen Probleme die man vorher hatte keine mehr. Nur noch nächste Schritte die zu erledigen sind. Da ich auch von Anfang an wusste ohne großen Plan zu reisen, musste ich mir auch langsam überlegen wohin ich als erstes fliegen werde. Organisiere ich mir ein World Ticket oder One Way? Ich wusste also bis zu 3 Wochen vor meinem Abflug nicht, wohin es gehen sollte. Für mich war es One Way nach Bangkok. Schon alleine weil es mit am günstigsten war. Alles andere machte mich zu abhängig. Und Asien ist wohl eines der besten Backpacker Kontinente die es zu bereisen gibt. Günstig und unheimlich voll von unterschiedlichen Kulturen, Menschen, etc.

 

 

Wenn Du von Deinen Wunsch zu Reisen mit deiner Familie, Freunden oder Kollegen redest, wirst Du schnell merken, wer hinter Dir steht und wer es vielleicht gar nicht nachvollziehen kann, warum Du das machen solltest. Lass Dich bitte niemals!! davon abhalten Deinen Träumen nachzugehen. Einige halten es für Unsinn einen sicheren Arbeitsplatz mit geregeltem Einkommen aufzugeben. Wo wir wieder beim Thema “Komfort Zone“ wären. Hätte ich auf einige dieser Menschen gehört, wäre ich wohl niemals meinen Traum nachgekommen, mir ein Motorrad in Vietnam zu kaufen und mit diesem für 3 Monate das Land zu erkunden. Wohl eines der schönsten Erlebnisse in meinem Leben. Schließlich machst Du es auch für Dich selber und für niemand anderem. Sicherlich kann man nicht von heute auf morgen tausende von Euro sparen. Brauchst Du auch nicht. Es gibt sehr viele Möglichkeiten unterwegs Geld zu sparen oder sogar Geld zu verdienen. Es gibt Leute die Reisen seit Jahren durch die Weltgeschichte. Jüngere sowie ältere Leute. Arbeit gibt es auf der ganzen Welt. Und die Tatsache jahrelang auf eine Weltreise hin zu sparen ist auch eher demotivierend als erfüllend. Natürlich auch je nachdem, ob Du dazu bereit bist unterwegs zu arbeiten.

 

 

Ich bin jetzt seit 6 Monaten unterwegs und bereue nicht eine einzige Sekunde. Man könnte es die beste Entscheidung in meinem Leben nennen. Das größte dabei ist nicht nur, dass Du so unheimlich viele wunderbare Leute kennenlernen wirst, sondern auch persönlich so viel Erfahrungen machen wirst, die Du zu Hause, so wahrscheinlich niemals gemacht hättest. Es ist ein riesiger Schritt den Du wagen musst. Jedoch kann ich Dir versichern, es ist der beste den Du machen kannst. Wenn Du ähnliche oder andere Erfahrungen gemacht hast, lass es mich gerne wissen. Oder hinterlasse einfach ein Kommentar.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0